Letzte Publikation

Ich versteh‘ was du sagst, aber nicht, was du meinst!


Mit der Kommunikation ist es so eine Sache: Sind Sie unter Menschen, können Sie nicht nicht kommunizieren. Doch auch, wenn Sie bewusst und überlegt kommunizieren wollen, passiert es oft genug, dass Ihre Botschaft nicht richtig oder gar nicht ankommt, Sie also mit Ihrer Kommunikationsabsicht scheitern. 

Gerade im interkulturellen Kontext lauern viele Stolperfallen, die erfolgreiche Kommunikation verhindern können. Wie Sie diese erkennen und was Sie dagegen tun können, darum soll es in dieser Newsstory gehen. 


Betrachten wir einmal, wer da kommuniziert. Zum einen soll es um Sie gehen. Sicher werden Sie einige der folgenden Punkte an sich erkennen – wenn nicht gar alle:

Unterstellen wir einmal, dass Sie nicht einfach lospoltern sondern überlegen, bevor Sie mit Kollegen oder Mitarbeitern sprechen; schließlich wollen Sie Missverständnisse vermeiden.
Ihnen ist auch klar, dass Sie in Ihrer westeuropäischen Prägung die Dinge eher direkt ansprechen. Sie haben Erfahrung in der Arbeit mit internationalen Teams, Feedback und konstruktive Kritik sind Ihnen wichtig und wertvoll – es geht ja um die Sache.

Sie wissen, dass auch die Besten Fehler machen, gehen aber davon aus, dass sich der gleiche Fehler nicht wiederholt. Weil Sie an moderne Führungsmethoden glauben wünschen Sie sich von Ihren Partnern und Mitarbeitern, dass sie Verantwortung übernehmen und Sie dabei zeitnah informieren, wenn sich Probleme oder neue Herausforderungen auftun.

Diese Spielregeln haben Sie in Ihren Augen klar und deutlich formuliert und kommuniziert, sowohl mündlich als auch schriftlich. Schließlich profitieren alle von klaren Regeln. 


Trotz aller Achtsamkeit und trotz dieser Spielregeln kommt es nicht selten vor, dass Ihre Mitarbeiter Sie nicht immer rechtzeitig mit den benötigten Informationen versorgen. Sie können bitten, hinweisen, fordern und erinnern, auf Dauer hilft nichts. 
 

Es mag ein schwacher Trost sein – aber damit sind Sie nicht allein. Was Ihnen Mut machen sollte: Sie müssen sich mit dieser Situation nicht abfinden.

 

Richten wir den Blick einmal auf Ihren Partner, Kollegen oder Mitarbeiter – schließlich gehören zur Kommunikation immer mindestens zwei. Es mag Sie überraschen, aber auch Ihr Gegenüber macht sich Gedanken, bevor er spricht und wählt die Worte bewusst. Dabei geht s aber in der Regel um die bestmögliche Absicherung der eigenen Arbeit. Seine Überlegungen werden ihn eher dazu bringen, indirekt zu kommunizieren. Auch Ihre Mitarbeiter, Partner und Kollegen wünschen sich direktes Feedback, haben Erfahrungen mit internationalen Teams gesammelt und auch mit Fehlern haben sie ein Problem; versuchen, sie zu vermeiden, zu verargumentieren oder zumindest zu erklären. Ihre Mitarbeiter möchten Verantwortung übernehmen, neigen jedoch dazu, Probleme und Herausforderungen im ersten Schritt lokal zu lösen.

 

Wie Sie in dieser kurzen Gegenüberstellung sehen, verhalten Sie und Ihr Gegenüber sich in vielen Situationen sehr ähnlich oder fast gleich, liegen in vielen Punkten gar nicht so weit auseinander. Die Motivation ist jedoch jeweils eine andere. Bei anderen Punkten könnten die jeweiligen Herangehensweise unterschiedlicher nicht sein. Große Unterschiede gibt es zum Beispiel beim Umgang mit Fehlern.

 


Wie aber kann diese Erkenntnis den Unterschied machen zwischen erfolgreicher und gescheiterter Kommunikation? 
 



Die ersten Schritte haben Sie schon getan: Sie haben sich und Ihr Kommunikationsverhalten analysiert, Sie haben das Kommunikationsverhalten und die Erwartungen Ihrer Mitarbeiter bewusst gemacht und Sie haben Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausgearbeitet – Sie sind auf dem richtigen Weg. 
 

Für die nächsten Schritte brauchen Sie vor allem Zeit. Erfolgreiche Kommunikation braucht als Basis ein vertrauensvolles Miteinander. Tasten Sie sich heran. Probieren Sie doch einmal aus, was passiert, wenn Sie sich den Kommunikationserwartungen Ihres Gegenübers annähern. Wenn Sie zum Beispiel Ihre nächsten Mails und Memos etwas indirekter formulieren, als Sie das normalerweise tun.

Anstatt 
- und das schreibe ich jetzt in Englisch – da wir uns ja im internationalen Kontext befinden:

„Dear Akira,
„As discussed I expect your input by close of business tomorrow.

Cheers,

Nina“

 

Schreiben Sie doch einfach:

„Dear Akira,
it was a pleasure discussing our project. I appreciate your thoughts, questions and comments. Together we can move this task forward. I am looking forward to working together with you towards a successful and joint result. I am confident that we can convince and win the trust and buy-in of the majority of the board members. Please be so kind and try to send me your contribution by close of business tomorrow.

Have a nice evening and let’s talk again tomorrow!
Yours kindly,

Nina”

 

Berichten Sie Ihren Partnern und Mitarbeitern, was Sie persönlich brauchen, um Ihren Job gut zu machen – und bitten Sie Ihren Gegenüber, seinerseits das Gleiche zu tun. Im Idealfall schaffen Sie eine Dialogplattform abseits des Arbeitsalltages. Dieser Dialog braucht Zeit und Vertrauen und kann nicht auf Knopfdruck entstehen.

Steigen Sie vertiefend in die interkulturelle Analyse ein, Sie werden Ihre Mitarbeiter besser verstehen. Wenn Sie  die Sorgen, Prädispositionen und Erfahrungen Ihres Gegenübers richtig einschätzen, können Sie erfolgreicher kommunizieren. So lernen Sie auch, die Ursprünge und Wurzeln bestimmter Verhaltensweisen zu deuten und können so  entsprechend reagieren. Auch das verbessert die Kommunikation und verhindert Frustrationen – auf beiden Seiten.

Der wichtigste Effekt aber ist der, dass alle beteiligten Parteien von einer erfolgreichen interkulturellen Zusammenarbeit profitieren.

 


Wenn Sie die internationale Zusammenarbeit verbessern wollen, rufen Sie uns an 069/ 739 187 30
und/oder schreiben Sie uns eine E-Mail. Und vereinbaren ein erstes kostenfreies (45 Minuten) Telefon-Coaching! Wir kommen auch zu Ihnen in die Firma und trainieren Ihre Mitarbeiter in interkultureller Kommunikation. Ein zertifizierte Business Trainer designend den Workshop nach Ihren Vorstellungen und Wünschen.

Der renommierte Kommunikationspsychologe Friedemann Schulz von Thun hat uns zu diesem Artikel inspiriert. Wer weiter in die Materie einsteigen will, findet Schulz von Thuns Kommunikationsmodelle auf folgender Seite: Friedemann Schulz von Thun  .

 

Verfasst und publiziert am 29.09.2015 von Nina Frauenfeld, zertifizierte Business Trainerin und Gründerin von Success Across.